Unruhen in der Gesetzlichen Krankenversicherung

17. Mai 2011   •   Kommentare deaktiviert für Unruhen in der Gesetzlichen Krankenversicherung   

Nach dem ersten Insolvenzfall in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) seit Bestehen des Gesundheitsfonds haben Medienberichte über die Schieflage weiterer Gesetzlichen Krankenkassen für neue Unruhen gesorgt.

Unruhen in der Gesetzlichen KrankenversicherungDie Deutsche BKK, ein Zusammenschluss der BKKen von Volkswagen, Post und Telekom und damit eine der größten Betriebskrankenkassen erklärte, dass sie im vergangenen Jahr 15 Prozent ihrer Versicherten verloren hat. Die Deutsche BKK erhebt seit Februar 2010 einen Zusatzbeitrag von 8 Euro – 140.000 Versicherte kehrten ihr daraufhin den Rücken zu.

Die BKK für Heilberufe mit ihren etwa 130.000 Versicherten erwartet nach eigenen Angaben in diesem Jahr ein negatives Ergebnis. „Das Bundesversicherungsamt trägt die vom Beirat beschlossenen Maßnahmen zur Findung eines Fusionspartners für die BKK Heilberufe mit und sieht keinen Anlass, Schließungsmaßnahmen wie bei der City BKK in die Wege zu leiten“, hieß es in der Mitteilung weiter.

Weitere Unruhe entstand über einen Bericht in der Tageszeitung Die Welt, dass die Vereinigte IKK, die im Juli 2010 aus der Fusion der Signal Iduna IKK und der IKK Nordrhein hervorgegangen war und gut 1,6 Millionen Versicherte hat, finanziell angeschlagen sei.

Diese Fälle wurden vom Versicherungsjournal zusammengetragen. Wie eng die Situation der angesprochenen Krankenkassen wirklich ist, lässt sich für einen Aussenstehenden nur schwer einschätzen.

Noch versorgen in Deutschland knapp 150 gesetzliche Krankenkassen rund 72 Millionen Menschen. Gesundheitsexperten erwarten, dass auf Dauer nur 30 bis 40 Anbieter überleben werden. Angeblich sollen dank größerer Marktmacht und niedrigerer Verwaltungskosten die Kostenentwicklung in der GKV gebremst werden.

Auch der Verteilungsmodus des Gesundheitsfonds steht in der Kritik. Dieser gleiche regionale Unterschiede in der Versorgung nicht aus. Das heißt, Krankenkassen in Regionen mit medizinischer Versorgung auf Höchstniveau hätten wie die Vereinigte IKK aufgrund des umfassenden Angebots für ihre Versicherten automatisch höhere Durchschnittskosten.

Überdies verhalten sich einige Kassen derzeit äußerst seltsam. So reagierte kürzlich der Präsident des Bundesversicherungsamtes sichtlich verärgert über das Verhalten einiger Krankenkassen, die die Versicherten der gescheiterten City BKK nicht aufnehmen wollten. Der BVA-Präsident Dr. Maximilian Gaßner droht ablehnenden Kassen mit Sanktionen. „Es sei einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft unwürdig, dass die Rechtspflicht zur Beratung der Versicherten zur Abwehr unerwünschter Mitglieder missbräuchlich instrumentalisiert werde“. Dies gelte insbesondere für „Ratschläge“ an kranke oder pflegebedürftige Versicherte, wonach die nahtlose Fortsetzung der Versorgung bei einem Wechsel „problematisch“ sein könne. „Hier wird die Angst kranker Menschen ausgenutzt, um sie als unerwünschte Kassenmitglieder in rechtswidriger Weise abzuwehren.“ Sollte ein Versicherter der City BKK von irgendeiner gesetzlichen Krankenkasse bei der Ausübung seines Kassenwahlrechtes „abgewimmelt“ werden, dann sollte sich dieser unverzüglich beim Vorstand dieser Krankenkasse beschweren. Zudem könne sich der Versicherte jederzeit an das BVA wenden. Das Amt gehe jeder Beschwerde nach. Sollte eine Krankenkasse ihren Pflichten nicht nachkommen, will das BVA Aufsichtsmittel gegen die betreffende Krankenkasse anwenden. „Zudem hat das BVA schon einzelne Vorstände von Krankenkassen einbestellt“, hieß es in der BVA-Mitteilung.

Bei all dem tun Sie als Kunde einer gesetzlichen Krankenversicherung gut daran, rechtzeitig auf erste Warnsignale bei ihrer Kasse zu achten wie überdurchschnittliche Zusatzbeiträge oder/und sich häufende Absagen bei an Kostenübernahmen. Je eher der Wechsel, desto leichter.

Vielleicht ein guter Zeitpunkt um gerade jetzt den Wechsel zur BKK IHV Wiesbaden über die ProLife Deutschland zu vollziehen. Moralisch gesehen, ist die BKK IHV über die ProLife Deutschland mit freiwilligem Verzicht auf Abtreibung aus unserer Sicht ohnehin die einzige Wahl, die ein Christ treffen sollte. Denn wer ist schon gerne bei einer Firma versichert, die die Tötung von Kindern im Mutterleib fördert.

 

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