Psychische Erkrankungen als Kostentreiber

25. August 2011   •   Kommentare deaktiviert für Psychische Erkrankungen als Kostentreiber   

Vor kurzem wurde der Barmer GEK Report Krankenhaus 2011 mit interessanten Informationen der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Durchschnitt war im vergangenen Jahr jeder Einwohner in Deutschland fast zwei Tage im Krankenhaus.

Psychische Erkrankungen als KostentreiberEin Durchschnittspatient verursachte Kosten von jährlich 744 Euro (Männer 752 Euro, Frauen 736 Euro). Betrachtet man die Entwicklung der letzten 20 Jahre, so sank die Gesamtbehandlungszeit in einem Krankenhaus um 37,8 Prozent.

Betrug die fallbezogene Verweildauer im Krankenhaus im Jahr 1990 noch 13,4 Tage, so lag sie im Jahr 2010 noch bei 8,3 (Vorjahr 8,5) Tagen. Verantwortlich für die seit 1990 insgesamt gesunkene Verweildauer ist vor allem der Rückgang der Behandlungszeiten von Krankheiten des Kreislaufsystems um insgesamt 43 Prozent.

Als besondere Entwicklung hob der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Dr. Rolf-Ulrich Schlenker allerdings die Entwicklung der psychischen Störungen hervor. Diese verursachten mit einem Anteil von 17,1 Prozent mittlerweile die meisten Krankenhaustage und stellten zugleich in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit 5,5 Milliarden Euro einen erheblichen Kostenblock dar. Die Fallzahlen hier nahmen seit 1990 um 17 Prozent zu.

Im Bereich der psychischen Störungen nahmen im selben Zeitraum die stationären Behandlungstage allerdings um 57 Prozent zu, wie Professorin Dr. Eva Maria Bitzer vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (Iseg) zu den Studienergebnissen ausführte.

Die hohe Zahl der durch Alkohol verursachten Störungen sei weiterhin gesundheitspolitisch besorgniserregend, heißt es in dem Bericht. Mängel stellt der Bericht beim Krankenhaus-Entlassungs-Management fest. Bei der ambulanten Nachbehandlung gebe es klaren Verbesserungsbedarf, sagte Schlenker. Die Wartezeiten in der ambulanten Psychotherapie seien viel zu lang. Von betroffenen Patienten gaben in einer gesonderten Umfrage 37 Prozent an, auf einen Termin ein bis drei Monate warten zu müssen. Problematisch ist die hohe Rückfallquote.

Das Risiko für Wiedereinweisung in ein Krankenhaus in den ersten zwei Jahren nach der Entlassung wegen der gleichen psychischen Störung liegt bei rund 30 Prozent. Und ein Drittel dieses Patienten wird bereits in den ersten 30 Tagen wieder aufgenommen.

Der starke Anstieg der Zahl psychisch kranker Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden, aber auch die hohe Wiedereinweisungsrate zeigen nach Aussage von Schlenker deutliche Versorgungslücken zwischen dem stationären und ambulanten Bereich.

Allein die stationären Kosten der psychiatrischen Versorgung hätten in der Barmer GEK im vergangenen Jahr mit 672 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Aus Sicht der Christlichen Krankenversicherung weisen diese Zahlen deutlich auf die ökonomischen Konsequenzen einer sich verstärkenden Abwendung der deutschen Bevölkerung von Ihrem im Grundgesetz verankerten HERRN und GOTT hin.

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