Glossar Buchstabe O

Organtransplantation

Zur Organtransplantation gibt es sicherlich in der Christlichen Szene ebensoviele unterschiedliche Meinungen wie im Bereich der Abtreibung. Die Bandbreite dort reicht ja von strikter Ablehnung von Seiten der Katholischen Kirche oder katholisch geprägten Ärzten, bis zur weitestgehenden Befürwortung der Tötung von Kindern im Mutterleib seitens der evangelischen Landeskirche. Als Initiatoren der Christlichen Krankenversicherung beginnen wir unsere Prüfung in dieser wichtigen Frage ebenso wie im Fall der Abtreibung mit Gottes Gebot: „Du sollst nicht töten“ als auch mit der Prüfung der Verletzung der Würde des Menschen nach Artikel 1 unseres Grundgesetzes. Ein sterbender Mensch hat unserer Ansicht nach das Recht auf seinen eigenen Tod und der diesem innewohnenden Würde. Dabei geht es auch darum, dass seine Seele in Frieden gehen kann. Sterbende sind insofern zunächst einmal kein Gemeingut. Theologische und medizinische Probleme wirft auch die heute gängige Praxis der Hirntod – Definition auf. Unserer Ansicht nach ist jeder Patient mit einem schlagenden Herzen noch lebendig und somit Mensch und Person. Und gerade diesen schwachen Menschen und seine Würde zu schützen ist ebenso wie bei der Abtreibung im Falle des wehrlosen schützenswerten Kleinkind unsere Verpflichtung. Sicher werden alle Betroffen die selbst oder deren nahestehende Personen auf ein Spenderorgan warten, diese Position nur schwer akzeptieren können. Als erlaubte Organentnahme unterstützen wir diejenige aus wirklich Toten (Ex cadavere); auch wenn Sie weniger Chancenpotential bietet, wie die Entnahme von Hirntoten. Aber auch hier heiligt unserer Ansicht nach eben der gute Zweck nicht die Mittel.